FRAGEN & ANTWORTEN
In unseren Q&A greifen wir die wichtigsten Fragen zu allen Themen aus Technik & Wissen auf und erklären Fachbegriffe, Verfahren und Zusammenhänge kompakt und praxisnah. So finden Sie schnell die passende Antwort und erhalten einen Einblick in die Welt des Stahlbaus und der Schlosserei
SCHWEISSTECHNIK
Nicht pauschal. Entscheidend ist, wie die Schweißverbindung konstruiert und dimensioniert wurde und welche Kräfte übertragen werden müssen. Die erforderliche Nahtausführung und Nahtgröße richten sich nach den jeweiligen Anforderungen.
Das a-Maß bezeichnet bei einer Kehlnaht die wirksame Nahtdicke. Sie ist ein wichtiger Bestandteil der Dimensionierung einer Schweißverbindung und wird beispielsweise in technischen Zeichnungen angegeben.
Eine Kehlnaht wird häufig eingesetzt, wenn zwei Bauteile beispielsweise rechtwinklig oder überlappend miteinander verwunden werden. Bei einer Stumpfnaht liegen die zu verbindenden Bauteile grundsätzlich in einer Ebene beziehungsweise stoßen mit ihren Kanten aneinander.
MAG und MIG arbeiten mit einer abschmelzenden Drahtelektrode, unterscheiden sich jedoch insbesondere durch das verwendete Schutzgas. Beim WIG-Schweißen wird dagegen eine nicht abschmelzende Wolframelektrode eingesetzt. Welches Verfahren geeignet ist, hängt unter anderem von Werkstoff, Bauteil und Qualitätsanforderungen ab.
Nein. Das Abschleifen einer Schweißnaht darf die erforderliche Tragfähigkeit und den vorgesehenen Nahtquerschnitt nicht beeinträchtigen. Sichtbare Schweißnähte können je nach konstruktiver Vorgabe nachbearbeitet werden.
Neben der Sichtprüfung können – abhängig von den Anforderungen – verschiedene Prüfverfahren eingesetzt werden. Dazu gehören beispielsweise Magnetpulver-, Farbeindring-, Ultraschall- oder Durchstrahlungsprüfungen.
Eine Schweißverbindung ist grundsätzlich eine dauerhafte Verbindung. Soll sie getrennt werden, muss die Verbindung mechanisch beziehungsweise thermisch bearbeitet werden. Für Konstruktionen, die später einfach demontiert werden sollen, werden deshalb häufig Schraubverbindungen vorgesehen.
STAHL & OBERFLÄCHEN
Ja. Eine Kombination aus Verzinkung und anschließender Beschichtung wird als Duplex-System bezeichnet. Dadurch werden der Korrosionsschutz der Verzinkung und die gestalterischen Möglichkeiten einer Beschichtung miteinander kombiniert.
Hohlprofile und bestimmte Konstruktionen benötigen beim Feuerverzinken Entlüftungs- und Ablauföffnungen. Durch diese können Luft und Prozessflüssigkeiten entweichen und das flüssige Zink ein- beziehungsweise wieder auslaufen. Ihre richtige Anordnung ist auch sicherheitsrelevant.
Eine mögliche Ursache ist Fremdrost. Dabei gelangen beispielsweise Eisenpartikel von Werkzeugen oder anderen Stahlbauteilen auf die Edelstahloberfläche und beginnen dort zu korrodieren. Deshalb ist eine fachgerechte Verarbeitung und Trennung der Werkstoffe wichtig.
Beschädigungen können abhängig vom verwendeten Korrosionsschutzsystem fachgerecht ausgebessert werden. Dabei müssen die entsprechenden Vorgaben für Untergrundvorbereitung und Beschichtungsaufbau berücksichtigt werden.
Korrosivitätskategorien beschreiben, wie stark eine Umgebung korrosiv auf Metalloberflächen wirkt. Vereinfacht gesagt: Je höher die Kategorie, desto anspruchsvoller sind die Umgebungsbedingungen und entsprechend muss der Korrosionsschutz ausgelegt werden.
PROFILE & BAUTEILE
Die Buchstaben geben die jeweilige Profilreihe an. Die Zahl bezeichnet die Nenngröße des Profils und orientiert sich bei diesen Profilreihen an der Profilhöhe in Millimetern. Die tatsächlichen Abmessungen können je nach Profilreihe davon abweichen.
Das hängt von der Konstruktion ab. Rechteck- und Quadratrohre bieten ebene Anschlussflächen und lassen sich gut in geradlinige Konstruktionen integrieren. Rundrohre werden beispielsweise bei Handläufen, Stützen oder gestalterischen Konstruktionen eingesetzt.
Langlöcher können beispielsweise erforderlich sein, um Montage- oder Bauteiltoleranzen auszugleichen oder konstruktiv vorgesehene Bewegungsmöglichkeiten zu schaffen. Ob und wo Langlöcher zulässig sind, wird bereits bei der Planung berücksichtigt.
Die erforderlichen Profile ergeben sich aus Konstruktion und statischer Bemessung. Dabei werden unter anderem Lasten, Spannweiten, Anschlüsse und die jeweiligen Einsatzbedingungen berücksichtigt.
Nicht zwangsläufig. Viele Bauteile werden bereits in der Werkstatt möglichst weit vorgefertigt. Auf der Baustelle werden die einzelnen Baugruppen anschließend häufig über Schraubverbindungen montiert. Je nach Konstruktion können aber auch Schweißarbeiten vor Ort erforderlich sein.
Ja. Auf Grundlage der Planung, Profile, Bleche und Stücklisten lässt sich das theoretische Stahlgewicht bereits vor der Fertigung ermitteln. Dies ist unter anderem für Materialbestellung, Transport und Montageplanung wichtig.
NORMEN & QUALTITÄT
Die erforderliche Ausführungsklasse wird im Rahmen der Planung und technischen Spezifikation festgelegt. Sie sollte daher nicht vom ausführenden Unternehmen nach eigenem Ermessen gewählt werden.
Rückverfolgbarkeit bedeutet, dass sich verwendete Werkstoffe und Bauteile entsprechend den jeweiligen Anforderungen identifizieren und den zugehörigen Unterlagen zuordnen lassen. Das ist insbesondere bei sicherheitsrelevanten Stahlkonstruktionen wichtig.
Für Bauprodukte, die unter eine harmonisierte europäische Norm fallen, kann eine CE-Kennzeichnung erforderlich sein. Bei entsprechenden tragenden Stahlbauteilen steht sie im Zusammenhang mit der EN 1090-1 und der dazugehörigen Leistungserklärung. Sie ist jedoch kein allgemeines „Qualitätssiegel“.
Die Leistungserklärung (DoP – Declaration of Performance) enthält die erklärte Leistung eines Bauprodukts hinsichtlich der relevanten wesentlichen Merkmale. Sie bildet bei entsprechenden Bauprodukten eine Grundlage für die CE-Kennzeichnung.
Nein. Eine Zertifizierung bestätigt insbesondere, dass definierte Voraussetzungen, Prozesse und Kontrollen vorhanden sind. Die Qualität eines konkreten Bauteils muss weiterhin während Fertigung und Prüfung sichergestellt werden.